Projekt Feulersdorf I & II
| Branche | Inhouse Farming - Gemüse |
| Technik | Warmwasser / Dampf / KWK |
| Nennwärmeleistung | 2 x 6.000 kW |
| Brennstoff | Gebrauchtholz A I / A II, Landschaftspflegematerial |

SCHERZER & BOSS SETZEN AUF BIOMASSE ZUR ENERGIEVERSORGUNG IHRER GEWÄCHSHÄUSER
Die beiden inhabergeführten Traditionsunternehmen Scherzer Gemüse und Gemüsebau Fritz Boss, mit Hauptsitz in Nürnberg, haben sich am Standort Feulersdorf unter dem Namen Scherzer & Boss Fruchtgemüse GmbH zusammengeschlossen. Beide Unternehmen verfügen über jahrzehntelange Erfahrung im Gemüsebau und gehören zu den führenden Produzenten von Fruchtgemüse in Deutschland. Das besondere am Standort Feulersdorf: Mit gleich zwei Anlagen der Schmidmeier NaturEnergie GmbH sichern hier die Wärme- und Stromversorgung des Unterglasanbaus.
Unsere Anlage sorgt für...
12.374.000 kg
CO₂-Einsparung/Jahr
Umrechnungsgrundlage:
Emissionsfaktor: 0,3 t
CO₂-Einsparung pro MWh
TOMATEN, GURKEN, PAPRIKA: WÄRME UND STROM FÜR DEN ANBAU
Mit einer Anbaufläche von insgesamt über 40 Hektar zählen sie zu den größten Gewächshausbetrieben Deutschlands. Besonders bekannt sind sie für ihre hochwertigen Tomaten und Paprika, die unter modernsten Bedingungen und mit strengen Quaitätsstandards kultiviert werden. Ressourcenschonenede Anbaumethoden sind bei Scherzer & Boss ausschlaggebend. So kommen beispielsweise in den Gewächshäusern Nützlinge zum Einsatz, die gezelt zur natürlichen Schädlingsbekämpfung beitragen.


In Bayern sind die Produkte in allen gängigen Supermärkten zu finden, darunter Edeka, Rewe und Aldi. Der Anbau des frischen Gemüses erfordert dabei einen hohen Energieeinsatz, vor allem in Form von Wärme für die Beheizung der Gewächshäuser, aber auch in Form von Strom für die Belichtung.
HEIZUNG AN IM SOMMER
Was viele nicht wissen: In professionellen Gewächshäusern wird auch im Sommer zeitweise geheizt – nicht zur Erwärmung, sondern zur aktiven Entfeuchtung. Durch gezieltes Heizen und Lüften wird überschüssige Feuchtigkeit abgeführt, Taubildung auf den Pflanzen verhindert und Pilzkrankheiten wie Mehltau vorgebeugt.
NETZKAPAZITÄTEN BEIM GAS ERSCHÖPFT – UMSTELLUNG AUF CO2-NEUTRALE PRODUKTION MIT LINIE 1 IM JAHR 2022
Vor der Umstellung wurde ein Großteil der Energie durch einen 6.000 kW Ölkessel, einen 10.000 kW Gaskessel sowie vier 3.700 kW Blockheizkraftwerke erzeugt. Nachdem sich 2021 auf dem Höhepunkt der Ukraine-Krise bereits seit Jahren abgezeichnet hatte, dass der zukünftige Gasverbrauch des Standortes aus dem Netz nicht mehr zu decken sein würde, entschied sich der Kunde für die Errichtung einer ersten Biomasse-Warmwasseranlage unter hohem Zeitdruck. Zuvor waren bereits Millionenbeträge in die Verstärkung und den Ausbau regionaler Gasleitungen geflossen. Ein weiterer Ausbau war nicht mehr möglich. Nach nur einem Jahr Bauzeit nahm die Schmidmeier NaturEnergie GmbH 2022 die erste Linie mit Gebrauchtholz und Landschaftspflegematerial befeuerten Warmwasserkessel mit einer Leistung von 6.000 kW am Standort Feulersdorf in Betrieb.
Mit der Inbetriebnahme der neuen Biomassekesselanlage wurde ein großer Teil des bisher verwendeten Erdgases durch Biomasse ersetzt.
In der Anlage werden die heißen Rauchgase der Feuerung dem Warmwasserkessel zugeführt, der das erzeugte Warmwasser mit einer Vorlauftemperatur von 80 – 95 °C in das bestehende Wärmenetz einspeist.


AM TAG DER INBETRIEBNAHME VON LINIE 1: BEAUFTRAGUNG VON LINIE 2 UND DEREN INTEGRATION IN DAS BESTEHENDE KESSELHAUS
Mit Inbetriebnahme der Warmwasseranlage Ende 2022 erhielt Schmidmeier NaturEnergie GmbH den Auftrag für die zweite Linie, die als Kraft-Wärme-Kopplungsanlage mit Heißdampfkessel und Dampfturbine ausgeführt und Anfang 2025 in Betrieb genommen wurde. Diese zweite Linie ergänzt die CO2-neutrale Energieversorgung am Standort Feulersdorf um eine weitere 6.000 kW starke Kraft-Wärme-Kopplungs-(KWK)-Anlage. Die neue Biomasse-KWK-Anlage wurde nahtlos in das bereits bestehende Kesselhaus integriert, das von Anfang an großzügig dimensioniert wurde, um eine zweite Kessellinie aufnehmen zu können.
DAMPFERZEUGUNG UND TURBINENBETRIEB IN LINIE ZWEI
Die heißen Rauchgase aus der Feuerbox werden direkt an den darüberliegenden 2-Zug-Großraumwasserkessel mit Überhitzer geleitet. Hier werden bis zu 8.300 kg/h Heißdampf mit einem Betriebsdruck von 21 bar(ü) und einer Temperatur von 300 °C erzeugt.


Neben der umweltfreundlichen Wärmeerzeugung produziert die neue KWK-Anlage mittels einer Dampfturbine auch Strom. Hierfür treibt der Hochdruckdampf eine Turbine mit einer elektrischen Leistung von 935 kW an. Die jährlich erzeugten 4.714 MWh grüner Strom werden vor allem für die energieintensive Beleuchtung der Gewächshäuser genutzt.

WÄRMERÜCKGEWINNUNG: HÖCHSTE WIRKUNGSGRADE DURCH RAUCHGASKONDENSATION BEI LINIE 2
Zur vollständigen Ausnutzung der im Brennstoff enthaltenen Energie wurde die Dampfanlage mit einer zweistufigen Restwärmenutzung ausgerüstet. Die Rauchgase aus dem Kessel werden in einem ersten Schritt in einem Economiser von ca. 250 auf 140-150 Grad abgekühlt und dann einer Rauchgaskondensation zugeführt. In dieser vollständig in Edelstahl ausgeführten Anlage wird permanent Wasser zur Abkühlung in den Rauchgasstrom eingespült.
Dabei kühlt das Rauchgas stark ab und die im Rauchgas enthaltene Restfeuchte aus dem Brennstoff kondensiert. Die dabei rückgewonnene Wärme wird am Standort über ein Niedertemperaturwärmenetz genutzt. Theoretisch sind so Wirkungsgrade von über 100 % möglich.
Da für die Wirkungsgradberechnungen stets der untere Heizwert eines Brennstoffs herangezogen wird, in der Kondensation aber der obere Heizwert des Brennstoffs mitgenutzt wird entsteht dieses Kuriosum von über 100 Prozent Wirkungsgrad.
Kombinierte Rauchgasreinigung stellt Emissionswerte weit unter dem vorgeschriebenen Standard sicher
Schmidmeier NaturEnergie setzt auf eine mehrstufige Rauchgasreinigung, die Emissionen mühelos unter die gesetzlichen Grenzwerte senkt. Das Verfahren besteht aus drei Stufen:
SNCR-Anlage im Feuerraum:
- Eindüsung von Reduktionsmittel in den Rauchgasstrom
- Stickoxide werden zu Wasserdampf und Stickstoff reduziert
- wichtig: richtiges Temperaturniveau!

Multizyklon
- Abscheidung aller groben Staubpartikel

Gewebefilter
- Abscheidung selbst feinster Partikel mit einem Abreinigungsgrad von über 99%
- Additiv-Dosierung im Filterkuchen bindet zusätzliche Schadstoffe

BREITES BRENNSTOFFBAND: BIOMASSE SPIELT IHRE STÄRKEN IM INHOUSE FARMING BEREICH VOLL AUS
Als Brennstoff kommen naturbelassenes Holz, holzige Biomasse in Form von Waldrestholz und Landschaftspflegematerial sowie Altholz der Kategorien A I und A II zum Einsatz. Die Lagerung erfolgt in einer geräumigen Halle mit Schubboden, der den Brennstoff bedarfsgerecht an einen Kratzkettenförderer übergibt. Über einen hydraulischen Einschub wird die Biomasse präzise der Feuerung zugeführt. Der Brennstoff wird dabei direkt aus der Region bezogen.


Auch wenn die wassergekühlte Feuerung auf die Verbrennung von Altholz ausgelegt ist, kommen in der Anlage zum aktuellen Stand zum Großteil Waldrestholz und Kalamitätshölzer aus dem direkten, regionalen Umfeld von Scherzer & Boss zum Einsatz. Waldschäden in der Region, beispielsweise durch Käferbefall und der damit einhergehende Waldumbau, liefern aktuell so viel Brennstoff, dass für die Deckung des jährlichen Bedarfs von ca. 7.200 t kein weiteres Altholz mehr bezogen werden kann.
Spezielle Feuerung für Schwierige Brennstoffe
Unsere Feuerungen für anspruchsvolle, hochkalorische Brennstoffe sind konsequent wassergekühlt – vom Rost bis hin zum Feuerraum. Das schützt die Anlage vor Überhitzung, erhöht die Lebensdauer und sorgt dafür, dass die Anlagen auch im Betrieb mit hochwirtschaftlichen Brennstoffen – wie beispielsweise Altholz – eine hohe Verfügbarkeit haben.
Das gibt es so nur bei uns!



Anlagedaten im Überblick - Feulersdorf 1
| Nennwärmeleistung | 6.000 kW (Warmwasser) |
| Kesselparameter | Vorlauftemperatur 95°C |
| Jährliche Wärmeerzeugung | 25.000 MWh |
| Inbetriebnahme (Jahr) | 2022 |
| Feuerung | Mittelstromfeuerung mit wassergekühltem Vorschubrost sowie primär und sekundärer Rauchgasrezirkulation und wassergekühltem Feuerraum |
| Kessel | liegender 2-Zug-Großwasserraumkessel |
| Rauchgasreinigung | SNCR, Multizyklon und Gewebefilter mit Additivdosierung |
| Brennstoffart | Gebrauchtholz A I / A II, Landschaftspflegematerial |
| Jährlicher Brennstoffbedarf | 7.200 t |
| Brennstofflager | Brennstofflagerhalle mit Schubboden |
CO₂-Einsparung
4.690.000
CO₂-Einsparung/ Jahr
Umrechnungsgrundlage:
Emissionsfaktor: 0,3 t CO₂-
Einsparung pro MWh
2.610 Jahre
Autofahren
(150 g CO₂/ km) mit einem
Mittelklassewagen und
12.000 km/ Jahr
36.100
Flüge
pro Person auf einem
einfachen Flug von München
nach Berlin (130 kg CO₂)
558
mal
die Jahres-Pro-Kopf-
Emissionen je Einwohner
in Deutschland (8,4 t CO₂/ a)
Anlagedaten im Überblick - Feulersdorf 2
| Nennwärmeleistung | 6.000 kW (Heißdampf) |
| Dampfleistung | 8.300 kg/h |
| Kesselparameter | Heißdampf, Betrieb 21,0 bar(ü) / 300°C, Absicherung 28,0 bar(ü) / 350°C |
| Jährliche Wärmeerzeugung | 24.000 MWh/a |
| Inbetriebnahme (Jahr) | 2025 |
| Feuerung | Mittelstromfeuerung mit wassergekühltem Vorschubrost sowie primär und sekundärer Rauchgasrezirkulation und wassergekühltem Feuerraum |
| Kessel | liegender 2-Zug-Großwasserraumkessel mit Überhitzer |
| Economiser | Speisewassereconomiser |
| Rauchgasreinigung | SNCR, Multizyklon und Gewebefilter mit Additivdosierung |
| Rauchgaskondensation/td> | Rauchgaskondensation mit bis zu 1.150 kW Wärmerückgewinnung |
| Brennstoffart | Gebrauchtholz A I / A II, Landschaftspflegematerial |
| Jährlicher Brennstoffbedarf | 8.700 t |
| Brennstofflager | Brennstofflagerhalle mit Schubboden |
| Bauart | Dampfturbine (Kondensation) |
| Elektrische Nennleistung | 935 kW |
| Jährliche Stromerzeugung | 4.714 MWh/a |
CO₂-Einsparung
7.684.000 kg
CO₂-Einsparung/ Jahr
Umrechnungsgrundlage:
Emissionsfaktor: 0,3 t CO₂-
Einsparung pro MWh
4.269 Jahre
Autofahren
(150 g CO₂/ km) mit einem
Mittelklassewagen und
12.000 km/ Jahr
59.108
Flüge
pro Person auf einem
einfachen Flug von München
nach Berlin (130 kg CO₂)
915
mal
die Jahres-Pro-Kopf-
Emissionen je Einwohner
in Deutschland (8,4 t CO₂/ a)
